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Utilitarismus - Tante Bertha

Richard Precht erklärt mit Hilfe von Tante Bertha, was Utilitarismus ist (Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?, S. 177-183). 

Eine kurze Zusammenfassung:
Richard Precht unternimmt ein Gedankenexperiment. Er erfindet Tante Bertha, die extrem unangenehme Eigenschaften hat. Keiner mag sie und umgekehrt. Sie ist ekelhaft und gehässig.  Allerdings ist sie steinreich, weil ihr verstorbener Mann ihr ein großes Vermögen hinterlassen hat und leider - für den alleinerbenden "Neffen" Precht - auch kerngesund.
Er überlegt sich nun, wie es wohl wäre, wenn seine Tante nicht mehr leben würde. Er könnte als Erbe ihr Geld sinnvoll ausgeben, z.B. für Straßenkinder in Brasilien. 
Mit dem vielen Geld könnte so viel Gutes getan werden, aber die Alte lässt es vielleicht noch Jahrzehnte auf der Bank liegen.
Eigentlich - so überlegt Precht weiter - könnte man sogar eine moralische Pflicht herleiten Tante Bertha umzubringen . Was wäre die Tötung einer alten Frau gegen das Überleben vieler Kinder? Würde nicht ein ungeheuer großer Nutzen (Überleben vieler Kinder) gegen einen geringen Schaden (Tod einer schrecklichen Zeitgenossin) stehen?

Warum also nicht Tante Bertha töten? 

In der Utilitarismusdebatte gibt es viele solcher Szenarien oder Gedankenexperimente. Hier auf dem blog habe ich schon auf das Trolley-Problem verwiesen.