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Socken, die nach dem Joggen den Toaster freischalten - und alle Daten über uns ab in die cloud

Hier ein Artikel der faz, der aktuell schon mögliche und auch tatsächlich umgesetzte "Nutz"anwendungen der Vernetzung von Gegenständen thematisiert. Ganz am Ende (auf Seite 4) werden dann schon die entscheidenden Fragen nach Sicherheit, Arbeitsplatzverlusten und weiteren ethischen Problemen gestellt, die solche massiven Veränderungen unserer unmittelbaren Lebensbedingungen hervorbringen. Aber auf der Cebit 2015, wo das Internet der Dinge das Hauptthema ist, sind solche Gedanken nur Beiwerk zum ganz großen Geschäft der Zukunft, wenn alle unsere Alltagsgegenstände gegen "coole" vernetzte Artikel ausgetauscht und natürlich auch entsprechend bezahlt werden sollen.

Die im Artikel zitierte Seite: http://enchantedobjects.com/products/

Und ein explain-it-Video.

Auf diesem blog hatte ich auch schon über vernetzte Autos, vernetzte Gehirne und vernetzte Kakerlaken geschrieben

Ethische Probleme bei selbstfahrenden Autos

Ethisch relevante Probleme werden im Zusammenhang mit selbstfahrenden Autos aus meiner Sicht aus mindestens vier Bereichen erwachsen (vielen Dank an A. für das nette und hilfreiche Gespräch):
Den nicht-praxiserprobten Fehlern in der Programmierung, dem Auftreten nicht vorhersagbarer Situationen, den Manipulationsmöglichkeiten mit weitreichenden Folgen, der Zweckentfremdung in krimineller Absicht.

1. Die Programmierung der Algorithmen, die alle möglichen Ereignisse während des Betriebs autonomer Fahrzeuge aus Sicherheitsgründen vollständig erfassen müsste, wird nicht out-of-the-box funktionieren können. Alle komplexeren Programme beinhalten fehlerhaften Code. Dazu wird die Softwaregrundlage sicher nicht open-source sein, so dass Fehler extrem lange unentdeckt bleiben und die Ursache z.B. für Unfälle verschleiert werden könnte oder man einfach - wie beim Ford Pinto in den 70er Jahren - Prozesse vor Gericht führt. Wer würde Milliarden investieren, um wegen Problemen im Code dann alles abzuschreiben?

2. Die Idee, dass die Software - als Ersatz für die menschliche Urteilsfähigkeit -
tatsächlich alle möglichen Ereignisse und Handlungsoptionen abdecken könnte, ist sicher naiv. Algorithmen werden von Menschen programmiert, das ändert sich auch nicht grundsätzlich durch selbstlernende Systeme. Bis das System gelernt hat, ist es u.U. selbst, seine Insassen oder dritte schon zerstört.

3. Wenn einmal klar ist, wie die Sensoren und die nachfolgende Informationsverarbeitung funktioniert, ist Manipulationen Tür und Tor geöffnet. Zumindest die Täuschung der Sensorik würde ziemlich einfach sein, um die Autos zu hijacken oder einfach nur Chaos anzurichten: Magnete auf der Fahrbahn, ampelähnliche Lichtsimulationen oder Vorspiegeln von Fahrbahnen.

4. Sollte jemand eine Gruppe, z.B. gleichartiger selbstfahrender Autos elektronisch kapern können, wären die Autos beispielsweise als Waffe zu kriminellen Aktionen oder als gefährliche Autoroboter im gewöhnlichen zivilen Umfeld einsetzbar. Wer einen Eindruck davon bekommen will, sollte die leider immer realistischer werdenden Romane von Daniel Suarez ("Daemon") lesen.

Selbstfahrende (autonome) Autos - links

Es gibt derzeit - zum Glück - eine breite Diskussion über die Zukunft des Automobils. Anlass dafür sind vernetzte und dann vermutlich immer mehr autonome Autos. Hier einige links:

Sascha Lobo hat das von der wirtschaftlichen Seite her beleuchtet und sieht die Autoherstellung zukünftig eher in der Hand der großen Internetkonzerne wie Apple oder Google und weniger bei Mercedes und BMW. Das hört sich erst einmal ziemlich verrückt an, ist es aber meiner Meinung nach nicht. Dass die deutschen Autobauer da möglicherweise nicht ganz auf der Höhe sind, legt auch ein Blick in die Teilnehmerliste und entsprechende Statements auf der Tech.AD in Berlin nahe.

Auf der A9 soll eine Teststrecke für autonome Autos eingerichtet werden. So lauten jedenfalls die Meldungen. Gemeint ist genaugenommen, dass die A9 eine Teststrecke wird und außerdem, dass da Ingenieure hinter dem Steuer sitzen, um möglichst eingreifen zu können, wenn es gefährlich wird. Für wirkliche autonome Autos fehlt sowohl die gesetzliche Grundlage als auch die technische Reife.


Ein Interview mit dem Informatiker Daniel Göhring, der die technischen Möglichkeiten sieht, aber auch weitreichende ethische und juristische Problem erkennt.

Ein Artikel, in dem v.a. die Ansicht von Patrick Lin wiedergegeben wird, der ebenfalls die ethischen Dimensionen der automatisierten Automobiltechnologie beschreibt.

Auf openroboethics.org gibt es diverse Statistiken darüber, wie Menschen sich in Situationen entscheiden, in denen Roboter Teil ihres Lebens werden könnten.
Deutlich mehr als die Hälfte würde lieber - wenn es zu einem Unfall käme und es keine Alternative gäbe - ein Kind töten als selbst zu sterben.

Auch auf diesem blog hatte ich schon einen Beitrag mit weiteren Hinweisen geschrieben, den ich hier verlinken möchte.