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Richter tasert Beschuldigten im Gerichtssaal

Mehr dazu hier (mit Kommentaren)

Es gibt sogar ein Video von dem Vorfall (nichts für schwache Nerven)

Markt verdrängt Werte - Michael Sandel

Michael Sandel hat nicht nur über seine Bücher, sondern vor allem auch durch seine Vorträge einen großen gesellschaftlichen Einfluss. Das ist für einen Philosophen heutzutage  nicht selbstverständlich.
Im folgenden Interview geht es unter anderem um die Frage, wie sehr wir schon nach Marktmechanismen reagieren. Dazu werden viele Beispiele besprochen.
Die Grundidee von Sandel - wie anderer Kommunitaristen - ist, dass die Werte, die den demokratischen Staat tragen, viel stärker in private und politische Entscheidungen mit einbezogen werden müssten. Also z.B. wenn ich etwas für Geld kaufen kann, entspricht dieser Kauf auch den demokratischen Ideen einer Bürgergemeinschaft und der Idee der Menschenwürde (meiner eigenen und der anderer)?


Im Namen des Konsums - Kurzfilm

Eine Studienabschlussarbeit von Jacek Boguszewski.

 

Armen Leuten helfen wird bestraft - zumindest in Daytona Beach

Image: Debbie and Chico Jimenez, who run a ministry to help people in poverty
Auf Fefes blog habe ich diese Geschichte gelesen. Da geht es darum, dass ein pensioniertes Ehepaar jeden Mittwoch für Obdachlose gekocht und mit ihnen zusammen gegessen hat. Mitgeholfen haben noch weitere 6 Leute,  von denen einer gerade der Obdachlosigkeit entkommen war und sich aus diesem Grund um andere mit dem gleichen Schicksal kümmern wollte. Dafür wurden alle zunächst gemaßregelt und schließlich mit Geldstrafen von mehr als 2000 Dollar bestraft.

Ich weiß nicht, was Ihr davon haltet, aber die Äußerung des örtlichen Polizeichefs:

"We as a city have spent millions of dollars to turn that park into a place for families, kids and dog lovers."

lässt einen schon daran zweifeln, ob hier noch so etwas wie ein  Konsens vorhanden ist, dass man Menschen in Not zunächst mal zu helfen versucht, wenn es möglich und angemessen ist.

Aber der Polizeichef wendet einen alten Trick an, um sein Vorgehen zu rechtfertigen. Er wertet die Obdachlosen einfach ab. Das sind keine Menschen wie du und ich: Nein, es sind nicht nur Obdachlose, sondern auch Bankräuber und Sexualstraftäter (zumindest einige, wie er zugibt).

Gerecht oder ungerecht? - Gebrauchte Hose für 1000 Euro bei ebay

Man kann sich ja - nachdem der Sachverhalt zu Anfang des Artikels einigermaßen geklärt ist - ein eigenes Urteil erlauben, bevor man dann  liest, wie die Sache vor Gericht dann tatsächlich ausging. Die Kommentare der Leser (unter "Diskutieren") sind auch ganz hilfreich für eine vernünftige Beurteilung.

Fast 3 Jahre Gefängnis für 16-jährigen Schwarzfahrer - etwas mehr als 3 Jahre (vielleicht) für Hoeneß

lichtkunst.73  / pixelio.de
Wenn man mal die in der Überschrift genannten Fälle vergleicht (jugendlicher Schwarzfahrer) , dann kann man schon mal die Frage stellen, wer da wie hart angefasst wird und warum.

In Berlin besteht ein Drittel der Insassen der JVA-Plötzensee aus Schwarzfahrern, bei denen allerdings auch einige sog. Ersatzfreiheitsstrafen absitzen. In einem im Artikel erwähnten Fall sitzt ein 26-jähriger für 11-mal Schwarzfahren und einen "Schaden" von 3048 Euro 147 Tage, also fast 5 Monate.

Schwarzer Angeklagter, weiße Jury, keine Chance

Glenn Ford war 30 Jahre in der Todeszelle. Verurteilt von einer weißen Justiz, vertreten von einem unerfahreren Strafverteidiger, schuldig gesprochen im wesentlichen aufgrund einer Zeugenaussage.
Jetzt hat sich herausgestellt, dass er unschuldig ist. Aber nicht etwa durch Nachforschungen der Justiz, die alte Fälle überprüft hätte, sondern durch einen
"confidential informant", wer auch immer das gewesen sein mag.

Damit ist er der 144. Deathrow-Insasse, der entlastet wird. Wenn man weiß, dass die Justiz typischerweise keinerlei Anstrengungen macht, die gefällten Todesurteile zu überprüfen, dann liegt die Dunkelziffer der Fehlurteile vermutlich viel höher


Der Artikel aus dem Guardian (englisch) zu Glenn Ford mit einem kurzen Video-Interview, ein anderes hier:

)

"I can’t go back and do anything I should have been doing when I was 35, 38, 40 stuff like that.”


Eine Liste der nachträglich entlasteten Todeskandidaten auf einer auch ansonsten interessanten Seite zeigt, dass Glenn Ford kein Einzelfall ist.

Der aktuelle Reader von amnesty international liefert viele Informationen zur Todesstrafe in den USA auf Deutsch.

Und natürlich gibt es auch noch den Film hier


Sehr gute, verständliche Einführung: "Recht"

Joachim Feldmann hat eine verständliche und damit leicht zugängliche Einführung in Fragen des Rechts geschrieben. (Die Website ist nicht besonders komfortabel; man muss auf die Unterkapitel klicken).

Themen sind beispielsweise die Quellen des Rechts und - für Fragen der Ethik besonders interessant - ob Rechtssysteme auf die Umsetzung von Gerechtigkeit abzielen. Dazu hier eine ganz gut lesbare pdf -Version.

Die zwölf Geschworenen

Ein prämierter Schwarz-Weiß-Film von 1957, der viel darüber offenbart, wie Menschen in Gruppen agieren.

Hier der Film in Englisch. Wenn man den
Film in Deutsch sehen will, kann man natürlich auch ins Kino gehen und sich
dort beispielsweise auf eine Kiste setzen.

https://www.youtube.com/watch?v=mzPll63y2b0

Gefängnis - wirklich die beste Lösung?

Für viele Menschen ist es eine große Hilfe zu wissen, dass Straftäter hinter Gittern sitzen. Dieser Fall lässt - gerade auch wegen seiner positiven Seiten - daran zweifeln, dass mit dem Bestehen von Gefängnissen in der jetzigen Form tatsächlich die Sicherheit der Bürger erhöht wird.

Wer sich etwas ausführlicher über das Thema informieren will, findet hier eine gute Quelle.

Interessant sind auch die Podknasts - von Häftlingen in Gefängnissen gedreht, die ein angenehmeres - sicher kein repräsentatives - Bild vom Gefängnisleben zeigen.

Dass man in anderen Ländern anders mit dem Thema umgeht, kann man anhand dieser texanischen Seite ermessen.

Anläßlich des Haftantritts von Uli Hoeneß hat Heribert Prantl in der SZ kluge Worte für den Strafvollzug in der jetzigen Form gefunden. Prantl weiß, wovon er redet. Er war selbst u.a. Richter und Staatsanwalt.

Wer nichts tut, macht mit

Einfach nur rumstehen und nichts tun, während andere Opfer einer Straftat werden, ist nicht nur moralisch fragwürdig, sondern auch ein strafrechtliches Thema. Hier ein link zur Seite der Polizei Rheinland-Pfalz, auf der es Tipps für brenzlige Situationen gibt (u.a. nicht den Helden zu spielen).

Gerechtigkeit



Gut verständlicher Artikel zu Rawls
Die ZEIT

Überblick über Rawls' Theorie der Gerechtigkeit
http://www.ethikseite.de/rawls-overview.html

Ausführliche und anschauliche Darstellung zum Thema Recht und Gerechtigkeit

hier