So kann man zeigen, dass man beliebt ist. Man könnte nun
meinen, wer so etwas tut, habe - vorsichtig gesagt - therapeutisches Potential. Aber die Masse der Angebote lässt doch auf eine gewisse Nachfrage schließen.
Aus Sicht der philosophischen Ethik ist die Sache natürlich auch betrachtenswert:
Gesellschaftliche Anerkennung, die gewöhnlicherweise offline über persönliche Eigenschaften (z.B.Schönheit, Intelligenz) oder Leistung (z.B.Sport, Kunst) erfolgt,
wird nun einfach vorgespiegelt, indem man eine riesige Zahl an Followern hat.
Es wird der Anschein erweckt, dass man viele Freunde oder ein besonders beliebtes Video eingestellt hat, obwohl in Wirklichkeit dahinter zwei oder drei Klicks für den Kauf eines entsprechenden Pakets stehen. Das ist, als würde man sich bei einer schlechten oder mittelmäßigen Musikdarbietung Claqueure kaufen, die gegen Bezahlung klatschen.
Mit klassischen, mit der Idee von Freundschaft verbundene Eigenschaften wie Verlässlichkeit oder persönlicher Begegnung hat das alles nichts mehr zu tun. Vielmehr bewegen wir uns im virtuellen Raum, wo Eigenschaften nur da zu sein scheinen, im Bewusstsein der Betrachter aber als tatsächlich vorhanden angesehen werden sollen (sonst müsste man ja kein Geld dafür ausgeben).